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Samstag, 4. Januar 2003


I saw a life here



All we are saying Gerade ZIB geschaut und mitbekommen, dass während ich hier auf der Couch hocke und genüßlich ein Bier saufe die Welt nahe dem Untergang ist. Beispiel Venezuela: Da schlagen sich offenbar alle möglichen Gruppierungen den Schädel ein. Gegen die Demos dort waren ja die April/September Kundgebungen in Wien gegen Geschichtssfälschung ein Nichts. Muss mich in diesem Zusammenhang an G. erinnern, der mit einer B&H im Mund und einem 16-er Blech in der Hand über die zweifelsohne fantastischen Sequenzen des Thrillers "23" philosophiert hat, während andere Leute fast ihre Lunge rausgekotzt haben.

Heute Abend werde ich fortgehen. Ich werde L. sehen und mit ihm über die politische Lage quatschen. Davor steht allerdings noch "Deutschland sucht den Superstar" auf dem Programm. Danach lerne ich mir "Scorpio Rising" auf der Gitarre ein und erst dann kann der Abend beginnen.

Ich liebe St. Etienne (weniger die Stadt, mehr die Band).



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do you remember the first time?



  1. zigarette heute. nicht gut. aber immerhin: erst die 14. im jahr 2003. und sonst? ich hab silvester noch nie wirklich gemocht. obwohl, heuer war es an vielen ecken auch schoen. und damals, als c, d und d's meute im syndrome herumflippten, das war klasse. die engländer benutzen an silvester diese seltsamen partysprays, aus denen klebrige würstl rauskommen, die dann überall an einem picken, in allen farben. ich bin auf diesen würstln ausgerutscht auf der tanzfläche damals, als c mir um den hals fiel, es tat scheißweh, aber es war mir egal. das muß 1993 gewesen sein. den 1. u. 2. jänner verbrachte ich dann komplett high auf irgendwelchen starken schmerzmitteln, die man in england ja rezeptfrei kriegt. in österreich dann brachte papa mich sofort ins krankenhaus, wo man mir ein eingerissenes seitenband attestiert und mich eingipste. ich hab dann die uralte schwarze kniebundhose meines großvaters angezogen und mich cool gefühlt, mit gipsbein und wollstutzen.

oh, und silvester 2000, mit f und m bei a. silvester zu viert, jahrtausendwechsel, alles verschneit, wir enterten, piraten gleich, kurz vor mitternacht die dachterasse einer armen, depressiven nachbarin, die ganz allein war und nicht besonders glücklich über unseren besuch. damals war ich hin-und hergerissen; in limbo.

silvester 1999, dekadent walzer tanzend auf dem rathausplatz, knallfroesche zwischen die beine italienischer touristen schmeißend, anschließend die josefstädter straße raufjuchzen, mit feuerkringeln und tschechischen wunderkerzen.

silvester ist jedenfalls überbewertet. und immer liegen die gefühle roh da, gefährlich, das.

und heute abend wird gerockt als wärs 1995; zu alten britpop-tunes, can you dig it?



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Freitag, 3. Januar 2003


Französchisch für Anfänger



Gestern ziemlich hinüber über den Text eines Liedes von "Noir Desire" gerätselt. Es ist halt einigermassen schwer wenn nur wenige irgendwann einmal halbwegs französisch konnten, diese Fähigkeit aber schon höchst verdrängt oder gar nicht mehr vorhanden haben.

Das Online Übersetzungstool hat das ganze auch nicht verständlicher gemacht bis auf den letzten Satz, der hat Sinn ergeben und der war "Daß der Tag kommen wird, wo ich sterben werde, vor lauter Lachen".

Da haben wir dann nicht mehr gelacht.

Ein Entspannungstipp:

Elling im Kino anschauen,vorher einiges rauchen, und dazu einen Caramel Crunch von Häagen-Dazs.



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Donnerstag, 2. Januar 2003


La la la la



Supergeile Party Silvester

Gegen Neun losgestartet, um auf ein kleines Festchen zu gehen. Gastgeberin mir unbekannt, jedoch Studienkollegin meiner lieben J. Ankunft am Schwedenplatz: Die ersten Psychos mit verdammt kurzen Haaren brüllen herum und schmeißen Schweizerkracher auf alles was sich bewegt. Rasanter Fußmarsch weg von diesem Ort. Dann Ankunft bei der Party. Megaviel zum Fressen dazu Topgetränkeaustattung. Erstes Gespräch. Nachdem interessante Details wie Studienerfolg und beruflicher Werdegang abgeklärt sind versuche ich gleich mal ein gutes Gespräch auf die Beine zu stellen. "Ist euch die Festivität Silvester wichtig?" (Hochphilosophisch!) Antwort: "Nein, natürlich nicht. Ich find das Scheiße, weil das Ganze nur erfunden wurde um viel Kohle zu machen." Daraus resultiert rascher Zimmerwechsel. Ab ins Zimmer der Gastgeberin. Angenehm beleuchtet, gute Musik und ganz allgemein nette Atmosphäre. Es stellt sich heraus, dass eigentlich lauter sympathische Menschen diese Party frequentieren. Eigentlich schade, dass wir schon nach eineinhalb Stunden gehen, um aufs Land rauszukommen. Ab zum Südbahnhof. Am Weg nur niemand in die Augen sehen. Derjenige könnte sich ja provoziert fühlen und einem zwei Tonnen Schweizerkracher in den Kragen stopfen.

Beim Bahnhof angekommen stellt sich heraus, dass wir uns in der Zeit geirrt haben. Resultat: Ich feiere mit meiner lieben J. magische Silvester in einem komplett leeren, fahrenden Zug irgendwo mit Blick auf die Stadt und zahlreichen Feuerwerksfontänen. Wir zelebrieren Silvester mit Tausenden Menschen wenngleich unser Aufenthaltsort total exklusiv ist. Anstatt mit Sekt wird mit Bier angestoßen und unser Ausblick hat was stummfilmartikes. Wir sehen die Stadt zwar feiern sind aber zu weit weg, um den Lärm wahrzunehmen. Alles findet vor einem tiefschwarzen Himmelhintergrund statt und man sieht sogar die Sterne. Fucking Mega. Die Hysterie Fremder bleibt uns erspart. Dafür können wir relaxt und echt zufrieden drinken und zuschaun und glücklich sein, dass wir das alles gemeinsam erleben.

Am Land angekommen holt uns ein kleiner Van ab. Mit an Bord: Wummernder Technosound, ein Männermodel (allseits bekannt aus weitverbreiteten Printsujets), seine Freundin (Gastgeberin), der Bruder des Models (Das Klonen funktioniert - Modelbruder wirkt, als ob er zehn Kilo Make Up trägt) und noch ein paar andere Leute. Im Haus angekommen möchte bei mir nicht mehr so recht Stimmung aufkommen. Ich hatte mein tolles Silvester-Erlebnis, darum ein definitiver Motivationseinbruch. Kurzes Gespräch über Wasserbetten, ein bisschen futtern und weitersaufen und dann ab nach Hause.

Wir wandern durch die Nacht, durchqueren dabei einen herrlichen Park und sind müde.

Es waren schöne Silvester.



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hallo 2003.



berghütten sind eh schön, wenn nur die/manche menschen nicht wären. die freunde vom hüttenwirt nämlich, mit freistaat-hosenträgern und eigenen ideen zum thema osterweiterung ("da türk hat doch a andere kultur! des geht do net!") und zukunft ("iatzt lochts nu, oba eich wirds nu schlecht gehn!") ich mag das jetzt nicht näher beschreiben; wunderbar an silvester war x; furchtbar war das versinken in einem wasserschneedreckloch bis zu den knien - mitten in der nacht - aus dem ich dann eigenhändig meine ertrunkenen schuhe ziehen musste.

gestern dann zurück nach wien, in einer art interrailwunschtraum: ein freies sechser-zugabteil ganz für uns alleine. super. sitze ausgefahren, vorhang zugezogen, welt vorbeirauschen lassen. ich erkannte, daß die öbb-werbung schon irgendwie recht hat: wenig ist so beruhigend wie das rattern eines zuges als geräuschkulisse.

heut bin ich dann nach drei tagen schmerzmisere und tabletten-doping zum zahnarzt, welcher heilung versprach, den zahn aber bloss aufbohrte, mit nadeln darin herumstocherte und mir dann noch mit fiesem grinsen eine packung schmerztabletten in die hand drückte. jetzt hab ich einen offenen zahn und mehr schmerzen als zuvor.



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do 100108


sehe: woody allen höre: autos vorbeirauschen weil ich bei offener balkontüre in der küche rauche schmecke: gummibärli rieche: verrauchte wohnung fühle: rastlosigkeit trage: thailandhose (unten sommer) und wollpulli (oben winter) lese: kureishi/ das sag ich dir rauche: heute wenig hätte gerne: ein ende des wartens wäre gerne: in gesellschaft gute tat heute: die wildschweine besucht böse tat heute: die wohnung weiter ...
von nowhere @ 10.01.08, 23:30

do 291107


sehe: abschiede höre: immer dieselben lieder schmecke: bier rieche: nicht nach mir fühle: benommenheit rauche: ich fresse die zigaretten schon fast trage: graues kleid. schwarze strümpfe. schickes rosa unterkleid. lese: gerade ausgelesen: peter stamm/ an einem tag wie diesem. jetzt mache ich weiter mit: john von düffel/ beste jahre; und nebenbei blättere ich im decamerone hätte gerne: mehr ...
von nowhere @ 29.11.07, 19:23

anders.


das sehnen nach dem anders. nach dem wegrücken vom jetzt; wissend, dass die zufriedenheit nie zufriedenzustellen ist. sehnend nach einem alltag, der ohne der bestehende zu sein, ein alltag ist. mit grosser angst. und neugier. mut. der grösser wäre, wäre ich allein. sehnen nach dem anders: das präsent ist, kommen wird, und vielleicht gehen wird. die ...
von nowhere @ 13.11.07, 21:31

di 131107


sehe: mich älter werden rieche: keine vernunft schmecke: aufregung höre: lou reed/ perfect day fühle: morgen trage: lachend rauche: dauernd hätte gerne: zeit für alltag wäre gerne: die einzige gute tat heute = böse tat heute es wird: ich ein drittel jahrhundert alt und keinen tag klüger
von nowhere @ 13.11.07, 21:20

fr 021107


sehe: in meine träume höre: immer dieselben träumlieder schmecke: wieder mehr rieche: leider riechen träume nicht fühle: weiter lese: ein grosser esel trage: mein schlafendes kind hätte gerne: eine freifahrtkarte für die db bzw öbb wäre gerne: in wien gute tat heute: im wald spazieren gegangen böse tat heute: im wald spazieren gegangen es wird: ein waldbrand
von nowhere @ 03.11.07, 00:32

so 281007


sehe: wieder meine küche höre: leaving on a jetplane schmecke: eine angebrochene flasche burgenländischen rotweins rieche: nach letzter nacht fühle: das richtige rauche: österreichische nil (oder warens kim?) lese: die landschaft hinterm zugfenster trage: schwer hätte gerne: unendlich mehr zeit wäre gerne: dort gute tat heute: aus österreich zurückgekommen böse tat heute: alles, was ich derzeit tue, ist richtig es wird: bald ...
von nowhere @ 28.10.07, 19:57

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