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Donnerstag, 2. Januar 2003


Kaufhäuser und so weiter



Au Ho-nien Wie schnell die Kaufhäuser von Halloween, auf Weihnachten und jetzt auf Fasching wechseln können. Ruck Zuck. So bekommt ja die Wechsel der Jahreszeiten mit. Vielleicht könnte man dieses Potential der Kaufhäuser nützen. Im Gerngross könnte man statt dessen zeigen wie selbstgebastelte Schusswaffen funktionieren und wie lustig das basteln von solchen für kleine Kinder sein kann. Oder einen Einkaufsschwerpunkt zu zeitgenössischer christlicher Kunst in China. Alles viel besser als Faschings Devotionalien.

Da ich gerade nichts christliches chinesisches parat habe, etwas chinesisches von Gu Cheng, er hat nur drei Jahre die Schule besuchen können und sich dann nach der Kulturrevolution sein Wissen aus einem Lexikon zusammen suchen müssen. Ein chinesischer Insekten-Punk.

Gefühle

Der Himmel ist grau Der Weg ist grau Das Gebäude ist grau Der Regen ist grau

In all dem Totgrau Kommen zwei Kinder daher Das eine hellrot Das andere leicht grün



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Dienstag, 31. Dezember 2002


Tell me what you've seen



Mao Vorgestern bin ich U3 gefahren. An sich nichts ungewöhnliches. Und auch in diesem Fall geschah nichts wirklich erwähnenswertes. Aber das ist ja meistens so, dass etwas nur berichtenswert dadurch wird, dass es anscheinend eine Person gibt, die durch simple Berichterstattung das nämliche Ereignis zu einem "Life event" macht. Also fahr ich so und schaue einer Gruppe von Jugendlichen zu, die einen auf Gang macht, mit so umgedrehten Kopftüchern und Kapuzensweatern.

Als mir diese Gaffaktivität zu fad wurde, ließ ich meinen Blick schweifen und erspähte jenen Mann, den sie in meinem Stammcafé nur "Professor" nennen. Ich weiß nicht warum aber ich hab mich so gefreut, den Typen zu sehen. Er hatte ein Buch in der Hand mit dem Titel "Mao Tse-tung" und wie im Kaffehaus ein durch und durch gütiges und unendlich naives Lächeln auf den Lippen. In diesem Moment mußte ich an Ernst Stern und Friedrich Torberg und die Tante Jolesch denken und in diesem Zusammenhang auch daran, dass Wien vor 60 Jahren ein echtes Scheißloch war.

Komische Gedankenketten.

Neben dem "Professor" saß ein Typ der hat Camus gelesen. Gedanke 1: Ich sitze in einem Literaturfreaksitzabteil Gedanke 2: Camus paßt gut zu meiner Gedankenkette

Nachdem ich aus der U-Bahn Station gekommen bin, hat es nach Gegrilltem gerochen. Wie im Urlaub. Sehr seltsam. Silvester im Liegestuhl mit Hawaihemd und Grill-Food. Rundherum Schnee. Das wäre witzig.

Jetzt läuft gerade VIVA. Die besten Live-Gigs im VIVA-Studio werden noch mal gezeigt. Brosis singen "Cruisen", danach rappens auch die Massiven. Sarah Connor und CO. hüpfen herum. Der Popkultur-Express rast unaufhaltsam.

"We play drunken guitar pop"

Und plötzlich Richard Ashcroft nur mit Akkustikgitarre singt "Check the meaning". Geschätzte 100 fasungslose Jugendliche, aufgeheizt durch nackte Körper und Tschuk-Tschuk Sound stehen regungslos da. Ashcroft singt mit hingebungsvoller Miene, wirkt total deplatziert zwischen den violett/rosernen Scheinwerfern. Ein erbärmliches Schauspiel.

"Macht doch einer mal den Kulturkack aus? Geht nicht! Bin ja selber drin."



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Retracing your steps until you know



So, wieder ein Kunststück zu Wege gebracht: Silvester mit einer schönen und aufregenden Frau feiern, auf einer Dachterrasse im Ersten, mit illustren Mit-Abschied-vom-Jahr-Nehmern. So einfach geht das nicht.

Da ist es ja viel kurzweiliger den Psycho raushängen zu lassen und jetzt alleine dasitzen, schon am frühen Nachmittag den Champagner zu trinken und über die ferne und doch so nahe, surreal anmutende, erste Jahreshälfte und die fast Angst machende zweite chaotische Jahreshälfte nachzudenken.

Schön wär es wenn ich die Dinge so nehmen könnte und nicht überall das Quäntchen Zauber, das geheimnisvolle Spezielle, Suchen und als fehlend Feststellen müsste.

Schuld dran sind sicher die Jahre mit den Smiths und mit Blumfeld und dass sie im Goethe Institut in Tunis nur Gustav Mahler und die Neubauten und Hesse und Kakfka gehabt haben. Wie soll man da jeweils glücklich und zufrieden werden?

Der Champus schmeckt nicht schlecht, mag das Alles Alles ist und Nichts Nichts, oder dass wenigstens Nichts Alles ist oder Alles Nichts ist.

Have no fear your wounds will heal



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Montag, 30. Dezember 2002


Der Tag der Überbevölkerung und die Lösung



Heute lang geschlafen, dann haben C. und Ch. bei mir vorbeigeschaut. Dann auf die Mariahilfer Strasse, wie im August, die Sonne scheint, die Leute freuen sich... Dann ins AG, da C. den tollen Job des Feuerwerk-Zeremonienmeisters aufgerissen hat, oder in diesen hinein gestolpert ist, und der Ober-Spreng-Futzi hat ihm alles Notwendige erklärt, damit morgen die heisse Pyro-Schau auch wie geplant über die Bühne, bzw. Treppe gehen kann. Danach bei E. zum Haare Schneiden. Zum Waschen bin ich gleich dran gekommen, das Schneiden hat dann 1 ? Stunden gebraucht, weil er auch so viel zu diskutieren und erzählen hat.

Dann durch Unmassen an Silvester-Touristen zum Stephansplatz, in der U3 hab ich schon die Nerven weggeworfen. Museumsquartier raus, Kunsthalle rein, Punch-Iglus vorbei, kann keinen Punch mehr sehen und riechen. Die Mariahilfer Strasse ein Desaster, kann das morgen wirklich noch ärger werden? Beim Merkur rein, ganz schnell wieder raus und dafür dann beim Billa gewartet.

Wir danken für den Tag der Überbevölkerung, ich nehme die Unerträglichkeit der Überbevölkerung und ihr superexponentiales Wachstum zur Kenntnis und habe auch schon eine Lösung parat.

DDH

DDH macht dich glücklich. DDH macht dich stark. DDH macht alle Dinge neu. DDH hilft dir deine eigenen Grenzen zu überschreiten. DDH ist ALLES und Nichts. DDH ist super.

Das Expertenteam von DDH, jahrelang erprobt in Blutplasma spenden, nimmt ihre Haare, ihre alte Kleidung oder ein beliebiges Stück ihres Körpers und klont sie.

In einem wunderschönen Ritual wechseln sie die Dimension und ihr Klon wird eines der 177 menschlichen Wesen sein, die dann glücklich und sorgenfrei auf dem wunderschönen Planeten Erde leben wird.

Mit DDH2 haben sie auch die Garantie, dass ein jeder Komet sie oder ihren DDH Klon verschonen wird.

Anfragen bzgl Informationsmaterial und dem DDH und dem DDH2 Beitrags-Konto gibt es vielleicht per Email.



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Sonntag, 29. Dezember 2002


If I don't go crazy I'll lose my mind



Burg Meine Stimmung ist ausgezeichnet obwohl Silvester vor der Türe steht.

Ganz Wien verdaut und man trifft angenehm wenig Menschen auf der Straße. Kein Vergleich zur Vorweihnachtszeit, in der Klaustrophobiker in Dauerpanik schweben und Stotterer aufgrund des latenten Streßterrors angepöbelt werden. Chillen ist angesagt. Chillen und Cocktails saufen, weil einem der Glühwein wirklich schön überall herausquillt. Chillen und einkaufen, schließlich müssen alle Gutscheine eingelöst werden und zwar schamlos, weil sich der neue Videorekorder mal ausnahmsweise nicht aufs Konto auswirkt. Chillen und die neue Death in Vegas hören.

Ja, ja richtig gehört. Videorekorder und nicht DVD-Player. Alle meine Oasis-Mitschnitte sind auf Video, wozu brauche ich also einen DVD-Player. Es würde mich natürlich schon reizen, wegen den vielen Features und den Sprachversionen und so. Ich muss mir nur wieder mal Radiohead live bei Rock am Ring anschauen. Dann suche ich nach einem Vorwand den Scheiß wegzuwerfen und kauf mir vielleicht einen DVD-Player.

Vor Weihnachten habe ich eine Einladung von der Konkurrenz bekommen. Sie würden sich freuen, mich bei Ihrem Event im MAK begrüßen zu dürfen. Ganz schön dreist, würd ich mal sagen. Ich hab mir überlegt hinzugehen und die Bar leerzusaufen. Aber das ist auch irgendwie kindisch und außerdem hätt ich das so und so nicht geschafft.

Übermorgen ist Silvester. Ich freu mich schon auf gemütliches Beisammensein und um Mitternacht auf einen Berg fahren (nicht Kahlenberg!) und Sekt drinken und Glücksbringer austauschen und noch mehr Sekt drinken und plaudern und soviel Sekt drinken, dass man ihn nur mehr mit Orangensaft runter bringt.

Bin schon neugierig, ob G. heuer tatsächlich Heißluftballon fährt. Sehr unwahrscheinlich würd ich mal sagen. Teuer und kalt. Aber trotzdem eine witzige Vorstellung.



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do 100108


sehe: woody allen höre: autos vorbeirauschen weil ich bei offener balkontüre in der küche rauche schmecke: gummibärli rieche: verrauchte wohnung fühle: rastlosigkeit trage: thailandhose (unten sommer) und wollpulli (oben winter) lese: kureishi/ das sag ich dir rauche: heute wenig hätte gerne: ein ende des wartens wäre gerne: in gesellschaft gute tat heute: die wildschweine besucht böse tat heute: die wohnung weiter ...
von nowhere @ 10.01.08, 23:30

do 291107


sehe: abschiede höre: immer dieselben lieder schmecke: bier rieche: nicht nach mir fühle: benommenheit rauche: ich fresse die zigaretten schon fast trage: graues kleid. schwarze strümpfe. schickes rosa unterkleid. lese: gerade ausgelesen: peter stamm/ an einem tag wie diesem. jetzt mache ich weiter mit: john von düffel/ beste jahre; und nebenbei blättere ich im decamerone hätte gerne: mehr ...
von nowhere @ 29.11.07, 19:23

anders.


das sehnen nach dem anders. nach dem wegrücken vom jetzt; wissend, dass die zufriedenheit nie zufriedenzustellen ist. sehnend nach einem alltag, der ohne der bestehende zu sein, ein alltag ist. mit grosser angst. und neugier. mut. der grösser wäre, wäre ich allein. sehnen nach dem anders: das präsent ist, kommen wird, und vielleicht gehen wird. die ...
von nowhere @ 13.11.07, 21:31

di 131107


sehe: mich älter werden rieche: keine vernunft schmecke: aufregung höre: lou reed/ perfect day fühle: morgen trage: lachend rauche: dauernd hätte gerne: zeit für alltag wäre gerne: die einzige gute tat heute = böse tat heute es wird: ich ein drittel jahrhundert alt und keinen tag klüger
von nowhere @ 13.11.07, 21:20

fr 021107


sehe: in meine träume höre: immer dieselben träumlieder schmecke: wieder mehr rieche: leider riechen träume nicht fühle: weiter lese: ein grosser esel trage: mein schlafendes kind hätte gerne: eine freifahrtkarte für die db bzw öbb wäre gerne: in wien gute tat heute: im wald spazieren gegangen böse tat heute: im wald spazieren gegangen es wird: ein waldbrand
von nowhere @ 03.11.07, 00:32

so 281007


sehe: wieder meine küche höre: leaving on a jetplane schmecke: eine angebrochene flasche burgenländischen rotweins rieche: nach letzter nacht fühle: das richtige rauche: österreichische nil (oder warens kim?) lese: die landschaft hinterm zugfenster trage: schwer hätte gerne: unendlich mehr zeit wäre gerne: dort gute tat heute: aus österreich zurückgekommen böse tat heute: alles, was ich derzeit tue, ist richtig es wird: bald ...
von nowhere @ 28.10.07, 19:57

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