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Montag, 28. Oktober 2002


Ego Texte Nr. 1 - Zwei Hähne



Ich habe geträumt, dass auf einer Ebene, die ein kleiner Bach durchfloss, lauter Menschen saßen und lagen. Ich befand mich mitten unter ihnen. Plötzlich waren zwei riesige Hähne zu sehen. Sie waren enorm groß und ihr Gefieder schillerte in allen Farben. Die Federn schienen auf irgend eine Art wie Flammen zu brennen und zu flackern, in den schönsten und unglaublichsten Farben, die ich mir bisher gar nicht vorstellen konnte. Sie schienen in der Luft zu kämpfen und doch hatten sie Freude daran, ich konnte es tief in mir spüren, es war mehr ein eigenartiger, fremder Tanz.

Alle Menschen liefen vor diesem überwältigenden Anblick davon, die Hähne schienen zu warten, bis die Menschen einen gewissen Radius erreicht hatten, dann tanzten sie hin und zerhackten und zerrissen die Flüchtenden mit ihren Krallen, Sporen und Schnäbeln. Nur ich war, wie gebannt, stehen geblieben.

Als alle Menschen tot waren, tanzten, ja schwebten, die Hähne auf mich zu. Als sie über mir waren – zum mich Töten bereit, ich konnte es spüren und fühlen, überkam mich eine derartige Angst, mehr Angst als Todesangst je sein könnte. Und in diesem Augenblick, wo die Tiere auf mich zustoßen wollten, begann ich von selbst zu tanzen, mit den Händen wie mit Flügeln zu schlagen, meinen Hals zu verrenken und mit den Beinen und Füssen eigenartige Spuren und Zeichen in den Sand zu zeichnen. Plötzlich zerbarsten die beiden Vögel in lauter bunte, schillernde Farbkügelchen, die sich alsbald in Nichts auflösten.

Das waren der traurigste Moment und das tiefste und innigste Gefühl, dass ich je gespürt habe. Dieser Schmerz, dass diese beiden wunderbaren Tiere nicht mehr existent waren.



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History und Zukunft



Heute in meinem alten Plastiksackerl gekramt in dem alle alten Briefe, Liebesbriefe, Zettel, Konzertkarten und tausend Papiersorten mehr gesammelt werden.

In dieses Sackerl ist dann auch der Inhalt meines rechten Sofa-Tisches hineingewandert, eben solche Zettel, Karten, Papierschnitzel, Tickets, chinesische Kinder-Bastel-Plastikflugzeuge, Mini-Adventkalender, Tschick-Packerl aus fremden Ländern, Kronenkorken und dergleichen mehr.

Und da ich dann auch noch in meinem Geheim-schon fast vergessenen-Heftl gelesen habe und mich der liebe tiefseefisch mit den Gedanken zwischen 17:45-17:47 inspiriert hat, werde ich zukünftig meine vergangenen und noch kommenden Text-Ergüsse auf diesen geheiligten virtuellen Altar werfen.

Ego-Texte, aus der Gier und Schuld entstanden, transformiert in den Zustand der Weisheit und des Erbarmens.



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gedacht am montag 17.45-17.47.



die transylvanische verwandtschaft ist da. lalalala. die schwerkraft ist überbewertet, es gibt sie ja gar nicht, wie man im weltall sieht. die sonne die gelbe sau! und der himalaya kocht auch nur mit wasser. ich liebe die hasstiraden meines schusters, wenn ich ihm was zum reparieren bringe. ich liebe gespräche über selbstmord. nur charmant muß es sein. und esprit muß es haben. und sexy muß es sein. und heiterkeit, lalala, heiterkeit. ich bin der wolf im fuzzipelz, wolf im fuzzipelz. ich finde keinen parkplatz. meide, meide die popkultur. lass uns hinfahren wos schön ist. lass uns, lass uns. früher war ich cowboy, heut bin ich buddhist. mehr frauen mit meerblick.



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home is where your heart is versus kindheitsheimat.



36 stunden kindheitsheimat sind nicht mehr so furchtbar wie sie einmal waren, aber dennoch genug. spaziergang mit o und b und fvb durch den zauberwald, bunte blätter, herbststürme. mitten im wald das elternhaus von paul.

paul war c's und mein kinderfreund. pauls vater ist förster, pauls schwester hatte schon damals - mit gerade mal 17 - ein 2jähriges kind. pauls bruder sammelte kampfsterne (in einer kiste unterm bett) und hatte sein bett auf 4 schweren eisenketten aufgehängt. pauls mutter wurde von einer kuh erschlagen.

heute ist paul röntgenassistent; seine schwester mit den scientologen auf und davon; sein bruder baut rieseninsekten aus steinen und eisenstangen. das haus im wald ist umzingelt von einer herde stein-eisen-ameisen, die dem ort noch mehr düsterkeit verleihen. o. erzählt mir, daß pauls mutter eine hexe war.

im zug nach w. denk ich drüber nach, wie verrückt die leute am land sind. in w. kämpfe ich mich hinterm westbahnhof durch die üblichen sandler und junkies, die frierend in den mülltonnen wühlen; tratsche noch kurz mit m, die mir mit halbwirrem blick erzählt, daß die fpö mausi lugner auf der kandidatenliste hat.

dann noch telefonieren mit x. home is, where my heart is. geographie hat damit wenig zu tun. noch 9,5 tage; ich werde versuchen, schnell zu schlafen.



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do 100108


sehe: woody allen höre: autos vorbeirauschen weil ich bei offener balkontüre in der küche rauche schmecke: gummibärli rieche: verrauchte wohnung fühle: rastlosigkeit trage: thailandhose (unten sommer) und wollpulli (oben winter) lese: kureishi/ das sag ich dir rauche: heute wenig hätte gerne: ein ende des wartens wäre gerne: in gesellschaft gute tat heute: die wildschweine besucht böse tat heute: die wohnung weiter ...
von nowhere @ 10.01.08, 23:30

do 291107


sehe: abschiede höre: immer dieselben lieder schmecke: bier rieche: nicht nach mir fühle: benommenheit rauche: ich fresse die zigaretten schon fast trage: graues kleid. schwarze strümpfe. schickes rosa unterkleid. lese: gerade ausgelesen: peter stamm/ an einem tag wie diesem. jetzt mache ich weiter mit: john von düffel/ beste jahre; und nebenbei blättere ich im decamerone hätte gerne: mehr ...
von nowhere @ 29.11.07, 19:23

anders.


das sehnen nach dem anders. nach dem wegrücken vom jetzt; wissend, dass die zufriedenheit nie zufriedenzustellen ist. sehnend nach einem alltag, der ohne der bestehende zu sein, ein alltag ist. mit grosser angst. und neugier. mut. der grösser wäre, wäre ich allein. sehnen nach dem anders: das präsent ist, kommen wird, und vielleicht gehen wird. die ...
von nowhere @ 13.11.07, 21:31

di 131107


sehe: mich älter werden rieche: keine vernunft schmecke: aufregung höre: lou reed/ perfect day fühle: morgen trage: lachend rauche: dauernd hätte gerne: zeit für alltag wäre gerne: die einzige gute tat heute = böse tat heute es wird: ich ein drittel jahrhundert alt und keinen tag klüger
von nowhere @ 13.11.07, 21:20

fr 021107


sehe: in meine träume höre: immer dieselben träumlieder schmecke: wieder mehr rieche: leider riechen träume nicht fühle: weiter lese: ein grosser esel trage: mein schlafendes kind hätte gerne: eine freifahrtkarte für die db bzw öbb wäre gerne: in wien gute tat heute: im wald spazieren gegangen böse tat heute: im wald spazieren gegangen es wird: ein waldbrand
von nowhere @ 03.11.07, 00:32

so 281007


sehe: wieder meine küche höre: leaving on a jetplane schmecke: eine angebrochene flasche burgenländischen rotweins rieche: nach letzter nacht fühle: das richtige rauche: österreichische nil (oder warens kim?) lese: die landschaft hinterm zugfenster trage: schwer hätte gerne: unendlich mehr zeit wäre gerne: dort gute tat heute: aus österreich zurückgekommen böse tat heute: alles, was ich derzeit tue, ist richtig es wird: bald ...
von nowhere @ 28.10.07, 19:57

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