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Mittwoch, 23. Oktober 2002
legomyego, 23. Oktober 2002 um 14:37:28 MESZ Heute erschlägt mich ja fast die Melancholie.
Sitz vor dem Bildschirm und manipulier an irgendwelchen sujets herum und triffte mit Sigur Rós im Ohr immer weiter von der Arbeitswirklichkeit weg.
Die Kaffee-Rauch-Pausen werden immer länger und eigentlich ist alles recht traurig. Das Gedankenrad spinnt lange Fäden die mir wie die Spinnfäden der Thekla bei der Biene Maja vorkommen. tiefseefisch, 23. Oktober 2002 um 11:23:51 MESZ mit e. seh ich immer die seltsamsten filme. und: inertia. vor zwei jahren ein viennale-film über chinesische transen, die in einer boutique arbeiteten und nichts anderes taten, als mit dem auto herumzufahren u. auslagen-puppen umzuziehen. hm. letztes jahr "audition". japanischer horror, der auf leisen pfoten daherkommt und mit langen nadeln, in einen körper gestochen, endet. gestern: la chatte a deux tetes. film über ein französiches pornokino, in dem es nur um die männliche lustbefriedigung geht (haha, schön umschrieben). und wieder um transen, um traurige transen. anschließend noch mit e. ins schikaneder. hatte ganz vergessen, wie nett es dort ist. bier trinken, rauchen, die erlebnisse der letzten monate austauschen. wenn e. g. erwähnt, verfällt sie immer in "g-sprech", hihi. so mit langgezogenem satzende und langen vokalen in füllwörtern. gut, das. an die schikaneder-wand wurden trickfilme projeziert, mit kleinen flauschigen wesen mit riesengroßen ohren. heute hab ich frei. ich seh den tag schon jetzt im trägheitsmoment verharren. teufel nochmal. Dienstag, 22. Oktober 2002
legomyego, 22. Oktober 2002 um 23:58:42 MESZ Eine eigene Geschichte
Es hat uns niemand gefragt
wir hatten noch kein Gesicht
ob wir leben wollten oder lieber nicht
hin und her und hin und her gerissen
zwischen verstehen wollen handeln müssen
keine Liebe keine Arbeit kein Leben
an meinem Kissen schlag ich mir den Kopf auf
und wenn der Tag kommt bleibt es kleben
und der Staat ist kein Traum
sondern bleibt wie mein Kissen
ein mich gestaltender, die Fäden, die rissen
und Welt verwaltender Zustand
der sich durch mich und mich bewegt
durch Gedanken aus Stein aus Licht eine Mauer
eine Sonne aus Eisen eine Sprache aus Trauer
Eine eigene Geschichte
aus reiner Gegenwart
sammelt und stapelt sich
von selbst herum um mich
während ich durch die Gegend fahr Und in den Straßen liegt der Staat und sagt:
was regst Du Dich und Deinen Magen künstlich auf
wärst Du doch bloß im Bett geblieben
'Au nee, weil ich so oberflächlich bin
kehrt sich mein Inneres nach außen
steht mir bis hierhin und ins Gesicht geschrieben
Macht verrückt was euch verrückt macht
mit Kissen vor der Stirn und in mir drin ein Vakuum
geh ich durch Straßen voller Menschen dieser Stadt
und frage mich wo ich gern wäre
wo fang ich an? Gähnende Leere
wenn ich schon immer Nichts mit was drumrum
gewesen war
dann mach ich mir `n Schlitz ins Kleid
und find es wunderbar Einen eigene Geschichte
aus reiner Gegenwart
sammelt und stapelt sich
von selbst herum um mich
während ich durch die Gegend fahr Also nichts wie raus aus Hamburg
first we take Manhattan und dann ab nach Berlin
da wo die Leute aus Heimweh hinzieh'n
Wat will isch in Italien isch will doch Genitalien
Berlin Wall, gegen Holo, Hool und Holidays denk ich
und zieh mir später noch was rein dann durch die Bars
schlafen kann ich schließlich wenn ich tot bin
auf halber Strecke bleib ich liegen
und träum davon mit allem eins zu sein
den Traum vom Staat
der sich selbst reicht, der nichts beweist
zusammenwächst wie's sich gehört
und verbreitet seinen Glauben
Gedanken aus Stein
aus Licht eine Mauer Eine eigene Geschichte
aus reiner Gegenwart
sammelt und stapelt sich
von selbst herum um mich
während ich durch die Gegend fahr Am nächsten Morgen bleibt das Kissen an mir kleben
hab mir den Traum zur Wunde aus dem Kopf geschlagen
und mir fallen Deine und dann meine Körperteile wieder ein
und Deine Haut und ich denk dran wo ich gern wäre
hab aus der Wasche rausgeschaut
entlang der Schichten deren Dichte ich verwünsche
wie mein Körper ein Gesellschaftsbau von vielen
der große Nenner unter ihnen:
ich heiße Einheitsarchitekt
Du kannst auch Blödman zu mir sagen
Stimmt, wenn alles in einanderpaßt
hat es bald nichts mehr zu bedeuten Eine eigene Geschichte
aus reiner Gegenwart
sammelt und Stapelt sich
von selbst herum um mich
während ich durch die Gegend fahr Und der Staat ist kein Traum
ist sogar in meinen Küssen
ein mich gestaltender, die Fäden, die rissen
und Welt verwaltender Zustand
eher Raum als Position
und so organisiert er sein Verschwinden
indem er sich durch mich bewegt
durch Gedanken aus Stein aus Licht eine Mauer
eine Sonne aus Eisen eine Sprache aus Trauer Text: J. Distelmeyer Montag, 21. Oktober 2002
legomyego, 21. Oktober 2002 um 22:16:29 MESZ Heute beim Erschaffen der Wirklichkeit gescheitert
Wenn ich davon ausgehe, dass ich meine Realität selber erschaffe, dann habe ich heute offensichtlich nichts zusammengebracht.
Eigentlich gut gestartet, wegen Workshop im feinen Hotel länger schlafen können.
Essen war ausgezeichnet- die Wirklichkeit war noch recht angenehm.
Danach in die Arbeit, dort nur Stress realisiert, bis acht gearbeitet, als vorletzter in den tristen finsteren Abend hinaus. Vor lauter Frust am Gürtel ausgestiegen, im Rhiz fast keine Leute, beim Chelsea schnell vorbei, bei den anderen Lokalen nur durch die Fenster reingeschaut. Leider auch keine netten Spaziergänger/innen realisiert, sondern nur abgewrackte Alkoholiker und Freakies. Dann zum kalten Abschluss noch ein Käsekrainer am Würstelstand. Wenigstens funktioniert das Wirklichkeit-Erschaffen nur bedingt: Ansonsten hätte ich mich durch tote verwesende Fleischmassen durchquälen müssen und wäre in Strömen verpesteten Blutes ertränkt worden. Sonntag, 20. Oktober 2002
legomyego, 20. Oktober 2002 um 23:07:56 MESZ Wochenende und Zweifel an der Realität
We're off the rails. Now we are
trains ourselves. No wait and see.
We're off this place doesn't mean
we're somewhere else. This is all I know:
keeping still to watch
the engines come and go.
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do 100108 sehe: woody allen höre: autos vorbeirauschen weil ich bei offener balkontüre in der küche rauche schmecke: gummibärli rieche: verrauchte wohnung fühle: rastlosigkeit trage: thailandhose (unten sommer) und wollpulli (oben winter) lese: kureishi/ das sag ich dir rauche: heute wenig hätte gerne: ein ende des wartens wäre gerne: in gesellschaft gute tat heute: die wildschweine besucht böse tat heute: die wohnung weiter ... von nowhere @ 10.01.08, 23:30 do 291107 sehe: abschiede höre: immer dieselben lieder schmecke: bier rieche: nicht nach mir fühle: benommenheit rauche: ich fresse die zigaretten schon fast trage: graues kleid. schwarze strümpfe. schickes rosa unterkleid. lese: gerade ausgelesen: peter stamm/ an einem tag wie diesem. jetzt mache ich weiter mit: john von düffel/ beste jahre; und nebenbei blättere ich im decamerone hätte gerne: mehr ... von nowhere @ 29.11.07, 19:23 anders. das sehnen nach dem anders. nach dem wegrücken vom jetzt; wissend, dass die zufriedenheit nie zufriedenzustellen ist. sehnend nach einem alltag, der ohne der bestehende zu sein, ein alltag ist. mit grosser angst. und neugier. mut. der grösser wäre, wäre ich allein. sehnen nach dem anders: das präsent ist, kommen wird, und vielleicht gehen wird. die ... von nowhere @ 13.11.07, 21:31 di 131107 sehe: mich älter werden rieche: keine vernunft schmecke: aufregung höre: lou reed/ perfect day fühle: morgen trage: lachend rauche: dauernd hätte gerne: zeit für alltag wäre gerne: die einzige gute tat heute = böse tat heute es wird: ich ein drittel jahrhundert alt und keinen tag klüger von nowhere @ 13.11.07, 21:20 fr 021107 sehe: in meine träume höre: immer dieselben träumlieder schmecke: wieder mehr rieche: leider riechen träume nicht fühle: weiter lese: ein grosser esel trage: mein schlafendes kind hätte gerne: eine freifahrtkarte für die db bzw öbb wäre gerne: in wien gute tat heute: im wald spazieren gegangen böse tat heute: im wald spazieren gegangen es wird: ein waldbrand von nowhere @ 03.11.07, 00:32 so 281007 sehe: wieder meine küche höre: leaving on a jetplane schmecke: eine angebrochene flasche burgenländischen rotweins rieche: nach letzter nacht fühle: das richtige rauche: österreichische nil (oder warens kim?) lese: die landschaft hinterm zugfenster trage: schwer hätte gerne: unendlich mehr zeit wäre gerne: dort gute tat heute: aus österreich zurückgekommen böse tat heute: alles, was ich derzeit tue, ist richtig es wird: bald ... von nowhere @ 28.10.07, 19:57 |
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