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Samstag, 11. Januar 2003


nichtraucherkringel.



vor jahren in einem spanischen zug kamen t und ich auf ein leitmotiv unserer reise: jeder interrailer kann was. t konnte "mein kleiner grüner kaktus" singen. ein mitinterrailer konnte 8en in den sand pinkeln. ich konnte kleine rauchkringel durch grosse durchpusten. und nun hoer ich auf damit. mit den rauchkringeln und mit dem rauchen. weil.

a) aufhoeren ist cool. b) zigaretten sind teuer und werdens immer mehr. deshalb hab ich auch gestern ein altes einweckglas mit dem cover des italo-calvino-buches übers rauchen beklebt, die abgebildeten zigarettenstummel dick durchgestrichen und somit das alte einweckglas zur karibik-urlaub-statt-zigaretten-kassa umfunktioniert. ganz schoen analfixiert, oder? c) die gsundheit, die gsundheit. echt, aber. ich fang deshalb ja jetzt nicht mit joggen an oder so, aber durchatmen zu können am morgen ist schon ziemlich groovy. d) kalter rauch stinkt. e) ich versprech mir wirklich geistige orgasmen, wenn ich demnächst meine rauchenden freunde treffe und denen cool und lässig sagen kann - mit john-wayne-schulterzucken - daß ich nikotin nicht mehr brauche. hurra! f) rauchen ist kleinbuergerlich, total achtziger und ueberhaupt... g) ich will nimmer länger spielzeug der tabakmafia sein. h) in meiner umgebung gibts keine coolen trafiken i) die engländer haben auch alle aufgehört j) hab vor weihnachten den vorsatz im buero verkuendet und unglauben geerntet. denen zeig ichs! k) ich muss nicht mehr luegen wenn mich jemand um tschick anschnorrt. ich hab dann echt keine. l) x raucht eigentlich nicht, will aber dann manchmal eine wenn er mich rauchen sieht. das kann ich nicht verantworten. m - z usw blah blah

natürlich ist rauchen cool und total sexy. aber das bin ich selber auch, ha!

ok, gestern, nach dem exekutor-incident, hab ich gleich 3 geraucht. meine ersten zigaretten seit... letzten sonntag. und hab mich doppelt beschissen gefuehlt, aber was solls. notfalls-zigaretten werd ich mir erlauben, hab ich beschlossen, auch wenn alle sagen, so klappts nicht, entweder ganz oder gar nicht.

I can do it.



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Freitag, 10. Januar 2003


if you give up fighting the system, the system will find you.



ich bins, Ihr exekutor. ich komm, um Sie zu holen. erinnern Sie sich an den internetanbieter, bei dem Sie vor 3 jahren einen anschluß bestellten, der nie funktionierte? den Sie dann sofort kündigten, da reklamationen nicht halfen? erinnern Sie sich an die mahnungen, die dann sporadisch ins haus flatterten, die Sie aber ignorierten, weil ja a) keine internetverbindung b) vertrag gekündigt (schriftlich)? erinnern Sie sich an die briefe vom bezirksamt im sommer, von dem rechtsanwalt? erinnern Sie sich an den tag, an dem Sie zähneknirschend mehr als 200 Euros einzahlten, weil Sie einsahen, daß mit dem exekutor des inzwischen insolventen internetanbieters einfach nicht zu verhandeln war? erinnern Sie sich, daß Sie zeit/nervenaufwand im falle einer verhandlung (welche Sie sicher gewonnen hätten, da Sie ja im recht sind, da Sie NIE irgendwelche leistungen bezogen haben) gegen 200 Euros abwogen und sich gegen das recht, für die (relativ) nervenschonende zahlung entschieden? erinnern Sie sich? Erinnern Sie sich wo Sie die zahlungsbelege aufgehoben haben? Nein? Dachte ich mir. ich bins, Ihr exekutor. ich komm in Ihre wohnung und hol Sie. ach, Sie sind krank? ach, Sie wollen nicht daß ein fremder einfach ihre wohnung betritt und herumpoltert? Interessiert mich nicht. ich bin der exekutor, ich bin das system. machen Sie sich auf was gefasst. ich komme wieder.



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Von Tramways und alten Männern



Bim Meine angestrebte Destination erforderte die Nutzung der Straßenbahn. An sich nicht ungewöhnlich jedoch bei Schneefall, einerseits so schön idyllisch, andererseits so teuflisch chaosfördernd, wird die Nutzung oberirdischer Öffis zur Odysee. Also rein in den überheizten Waggon und schnell einen Sitzplatz ergattern.

Exkurs: Als ich unlängst Zug gefahren bin, habe ich einem Gespräch gelauscht. Im Laufe dieser Konversation meinte einer der Gesprächspartner, dass sich die Verrohung der Menschheit im rücksichtslosen Streben nach Sitzplätzen in öffentlichen Verkehrsmitteln manifestiert. Irgendwie abstrus. Ich behaupte, dass der Faschismus mit dem Kampf um das letzte Käsestangerl beim Anker gleichzusetzen ist. Exkurs Ende

Mit mir enterte eine Schulklasse die Bim und verursachte bei mir die akute Sorge, dass dies eine sehr laute Fahrt werden könnte. Doch weit gefehlt, denn die Lehrerin war eher ein totalitäres Regime als eine Pädagogin. Jedes geflüsterte Wort wurde mit einem scharfen "Psch Psch" quittiert. Ich habe daraufhin eindeutig mit den Kindern sympathisiert. Diese Parteiergreifung wurde dadurch begünstigt, dass ich vor zwei Tagen einen Schulalbtraum hatte und somit momentan nicht gut auf unser Bildungssystem zu sprechen bin. Die totale Krise brach aus, als ein alter Mann die Kinder ansprach. Totales Entsetzen in deren Gesichter. Höflich sein und antworten oder eine hysterischen Ermahnung der "Frau Lehrerin" riskieren. Soviel kann ich vorwegnehen: Die Höflichkeit siegte. Dadurch wurde der alte Mann jedoch sehr mitteilungsbedürftig und zwar ganz allgemein. Nun trug es sich zu, dass die Tramway in der Station stehen blieb weil der Weg irgendwie versperrt war. So.

Der Mann nach einiger Zeit: "Der muss uns doch informieren, der Fahrer. Dieser faule Kerl." Dazu bedrohliches Stockschwingen.

Wenig später: "Seine Majestät der Fahrer wird doch sagen können was los ist. Dafür wird er schließlich bezahlt und zwar nicht übel." Dazu noch bedrohlicheres Stockschwingen.

Nun ist es angebracht zu erwähnen, dass mich alte Menschen mit Stöcken nervös machen. Dieses tief verankerte Mißtrauen gegenüber gehbehinderten Senioren rührt von einem Erlebnis aus meiner Kindheit. Damals hat mich eine mir unbekannte alte Frau mit dem Stock geschlagen, weil ich die Tauben verscheucht habe, die sie füttern wollte.

Es wäre jetzt übertrieben zu behaupten, ich wollte den Waggon nur wegen dem alten Mann und seinem Stock verlassen. Aber dieser Aspekt spielte bei meinen Überlegungen eine kleine Rolle. Nun aber das übliche Dilemma: Einerseits: Jetzt wartet man schon so lange (die Straßenbahn stand mittlerweile schon 15 min. in der Station), da muss die Abfahrt ja nahen. Andererseits: ich will hier raus. Wer weiß wie lang das noch dauert. Letztlich entschied ich mich fürs aussteigen.

Fünf Sekunden später verließ die Bim die Station.



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Donnerstag, 9. Januar 2003


Angst essen Seele auf



www.bowlingforcolumbine.com Vor kurzem hab ich mir "Bowling for Columbine" angesehen. Ich finde einen wirklich guten Film. Michael Moore ist genial, der Film bietet eine gut recherchierte Doku eingepackt in ein skurril-komisches und verzweifelt-trauriges Kinoerlebnis.

Die Kernaussage die ich darin sehe: Angst an sich ist nicht so gut, vor allem wenn sie die Bevölkerung eines ganzen Landes auffrisst.

Und die höchst eigene, persönliche, Angst hilft einen dass man nicht unbedingt vertroschen wird, weil man zehn Glatzen gleichzeitig sagt, sie sollen scheissen gehen. Andererseits hindert einen die Angst Sachen zu erleben oder Dinge zu bewegen, die mit ein wenig mehr Mut und Zuversicht, einfach von selber passieren würden.

Deshalb keine Angst.

Ich fahre wieder heimwärts durch eine Stadt aus Stahl. ich setz? mich nieder auf mein Herz, und spür?, es ist das letzte Mal. Dann in der Nacht um halb Vier, stell? ich mir vor, was da so läuft, bestell? die Welt zu mir, wieviel Unsinn hat sich angehäuft! Plötzlich werden die Wände heller, mein Herz pumpt immer schneller, für den Gedanken in meinem Kopf gibt?s keine Lade, gibt?s keinen Knopf. Ich spring heraus aus meinem Schlaf, bevor der letzte Zweifel mich packt. Für meine Arbeit braucht?s nur eine Nacht, ich tu?s noch heut?, das wär doch gelacht. Ich kauf mir eine Spritzpistole, eine grellrote Farbendose, mit der schreib? ich auf jedes Haus, hoffentlich geht mir die Farbe nicht aus! Ich lauf? hinaus auf die Straße und schreib? auf jede Fassade meine Liebe, meinen Haß, und es macht mir immer mehr Spaß. Ich schreibe: Keine Angst!

Keine Angst, Hansi Lang;



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Mittwoch, 8. Januar 2003


Alles was



Abstrakt Jetzt ist es amtlich! Benjamin von Stuckrad-Barre ist mit Anke Engelke liiert. "Exklusiv" sei Dank, andernfalls hätte ich wohl nie von dieser brisanten Beziehung erfahren. Es gab ja schon zahlreiche Vermutungen bezüglich eines Techtelmechtels. Schließlich hat der Popliterat der Ladykracher-Tante ja ein ganzes Kapitel im Buch "Blackbox" gewidmet. Nun ja. Fernsehen ist Rekreation. Das steht wohl fest.

Vorgestern hab ich mir auf Sat 1 eine Modern Talking Doku gegeben. Sehr interessant. Wie die ihre Frauen behandeln ist wirklich sensationell. Unfassbar. Ich glaub das wird jetzt wieder salonfähig, dieser Dauersexismus. Bei "Deutschland sucht den Superstar" sind die Bohlen-Witze immer der große Kracher. Ich sollte mich aber eigentlich nicht beschweren. Schließlich schau ich mirs auch an und sorg damit für Spitzenquoten für den feschen Dieter. Und die kriegen auch noch internationale Musikpreise, diese Modern Talking. Schon aufgefallen: Bohlen macht immer beim Refrain so eine segnende Handbewegung mit der rechten Flosse. Ich glaub er zeigt damit an, wie hoch sein Geldhaufen bei einem 100m²-Raum wäre.

Bei meiner Pizzeria bekommt man ab einer Bestellung von 25 Euro einen Liter Mangosaft gratis. Sehr großzügig, würd ich mal meinen.

"and when you think your gonna cry you'll be alright, step out tonight you might think you're gonna cry but you'll be alright, step out tonight"



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do 100108


sehe: woody allen höre: autos vorbeirauschen weil ich bei offener balkontüre in der küche rauche schmecke: gummibärli rieche: verrauchte wohnung fühle: rastlosigkeit trage: thailandhose (unten sommer) und wollpulli (oben winter) lese: kureishi/ das sag ich dir rauche: heute wenig hätte gerne: ein ende des wartens wäre gerne: in gesellschaft gute tat heute: die wildschweine besucht böse tat heute: die wohnung weiter ...
von nowhere @ 10.01.08, 23:30

do 291107


sehe: abschiede höre: immer dieselben lieder schmecke: bier rieche: nicht nach mir fühle: benommenheit rauche: ich fresse die zigaretten schon fast trage: graues kleid. schwarze strümpfe. schickes rosa unterkleid. lese: gerade ausgelesen: peter stamm/ an einem tag wie diesem. jetzt mache ich weiter mit: john von düffel/ beste jahre; und nebenbei blättere ich im decamerone hätte gerne: mehr ...
von nowhere @ 29.11.07, 19:23

anders.


das sehnen nach dem anders. nach dem wegrücken vom jetzt; wissend, dass die zufriedenheit nie zufriedenzustellen ist. sehnend nach einem alltag, der ohne der bestehende zu sein, ein alltag ist. mit grosser angst. und neugier. mut. der grösser wäre, wäre ich allein. sehnen nach dem anders: das präsent ist, kommen wird, und vielleicht gehen wird. die ...
von nowhere @ 13.11.07, 21:31

di 131107


sehe: mich älter werden rieche: keine vernunft schmecke: aufregung höre: lou reed/ perfect day fühle: morgen trage: lachend rauche: dauernd hätte gerne: zeit für alltag wäre gerne: die einzige gute tat heute = böse tat heute es wird: ich ein drittel jahrhundert alt und keinen tag klüger
von nowhere @ 13.11.07, 21:20

fr 021107


sehe: in meine träume höre: immer dieselben träumlieder schmecke: wieder mehr rieche: leider riechen träume nicht fühle: weiter lese: ein grosser esel trage: mein schlafendes kind hätte gerne: eine freifahrtkarte für die db bzw öbb wäre gerne: in wien gute tat heute: im wald spazieren gegangen böse tat heute: im wald spazieren gegangen es wird: ein waldbrand
von nowhere @ 03.11.07, 00:32

so 281007


sehe: wieder meine küche höre: leaving on a jetplane schmecke: eine angebrochene flasche burgenländischen rotweins rieche: nach letzter nacht fühle: das richtige rauche: österreichische nil (oder warens kim?) lese: die landschaft hinterm zugfenster trage: schwer hätte gerne: unendlich mehr zeit wäre gerne: dort gute tat heute: aus österreich zurückgekommen böse tat heute: alles, was ich derzeit tue, ist richtig es wird: bald ...
von nowhere @ 28.10.07, 19:57

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