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Dienstag, 17. Dezember 2002


Can?t you see



John & Yoko Gestern habe ich mit viel Freude ein Käsebrot verspeist. Der gewählte Käse hatte eine Besonderheit: Er stank echt erbärmlich. Im Laufe der Verspeisung stellte ich mir die Frage, warum ich etwas zu mir nehme, dass derartig abstoßend riecht. Prinzipiell sind wir alle so sozialisiert, dass wir üblen Geruch mit Verdorbenheit (im lebensmitteltechnischen Sinn) assoziieren. Ich glaube, diese Teil unserer Erziehung macht durchaus Sinn, schließlich ersparen wir uns dadurch den Konsum vergammelter Spareribs und halb verwesener Schweinsschnitzel und dadurch wiederum auch äußerst unangenehme Lebensmittelvergiftungen. Aber bei Käse setzt dieser Instinkt aus. Da ist der Gestank dann würzig. Ich finde das komisch.

Ich glaube, wenn wir das Rätsel des Käsekonsums lösen, dann wissen wir, warum sich Leute Schönheitsoperationen antun.

Gestern Abend fuhr ich, Dank der schönen Institution "Gleitzeit" vollkommen ohne Zeitgefühl, mit der U-Bahn. Dazu muss ich erwähnen, dass ich dieses Verkehrsmittel meide. Ich finde es nämlich beklemmend. Auf jedenfall steige ich in einen Waggon und es riecht nach "Tutti Frutti" (Diese bunten Dinger in Schmetterling-, Schneckenhaus-,...-Form). Da habe ich mich dann ehrlich gesprochen schon gefreut.

Während der Fahrt habe ich an "De Luca" gedacht und mußte mich in Zuge dessen an eine Episode meines Lebens erinnern: Ich sprach mit jemandem über diese "Comedy"-Sendung und äüßerte meine Zweifel an der komödiantischen Qualität dieses Formats. Die Antwort darauf war: "Wahrscheinlich verstehst du die Witze einfach nicht!" Wie sich jeder vorstellen kann, hat mich dieser echt Return zum Schweigen gebracht. Was soll man denn darauf sagen?



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Montag, 16. Dezember 2002


Was geb ich der Welt Schönes?



Ich kann sehr geniale Musikstücke und Lieder in meinem Kopf hören, davon hat die Welt aber nichts, die Welt kann es nicht hören.

Ich hab einmal Kurzgeschichten und Traumgeschichten geschrieben, jetzt les ich lieber welche.

Ich hab früher Bilder gemalt, jetzt schau ich sie mir lieber an.

Ich hab früher etliche feine Web und Flash Sachen gemacht, jetzt schau ich auf das Corporate Design und kreiere emotionale Elemente.

Eigentlich gebe ich der Welt nur noch digitale kommerzielle Grafiken, die Kleidung die ich anziehe, mein Gesicht und meine Gestik und die Gedanken die ich manchen Menschen mitteile.

Nicht viel, aber viel mehr als der ganze Haufen mit dem ich gerade bei einer Launchparty zusammengesessen bin.

Wer bist Du?



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Sonntag, 15. Dezember 2002


Ein kranker Pyjama und die Katharsis



Kino oder Theater mit Co. absagen müssen, mein Körper, das Frack, konnte nur sitzen und liegen, sonst war mir nichts möglich.

Um irgendwie und irgendwann wieder auf die gute Seite wechseln zu können stundenlang mit minütlichen Pausen die Wohnung zusammengeräumt, Wäsche gewaschen, Bettwäsche gewechselt, Wohnung umgeräumt, abgewaschen, Goldfisch gewickelt, Pflanzen gegossen...

Jetzt bringt mir C. eine Weihnachtsgeschenklieferung vorbei und ich weiss genau, dass er mich zum Punchtrinken verschleppen will. Ich nicht blöd, lass meinen Pyjama an, dann kann mir nichts passieren, heute kein Punch.

Weil dass jetzt so gut geklappt hat, werde ich noch im Pyjama zum Westbahnhof einen Cafe trinken gehen. Die Wohnung ist rein, ich bestrafe mich selber mit dem Pyjama, die Katharsis könnte funktionieren.



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sick and tired





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Freitag, 13. Dezember 2002


Das Rätsel um die Bauchnabel-Futzerl



Heute total verschlafen und um eine dreiviertel Stunde einen Termin versäumt.

Ich bin das gesamte geschundene Menschenvolk. Mein Körper tut mir von den Zähnen, vom Kopf ganz zu schweigen, bis zu meinen Knöcheln weh. Und ich sollte noch unbedingt auf die Abschiedsparty von M. bevor er sich mit seiner Freundin für 18 Monate nach Madrid vertschüsst. Ausserdem höre ich jetzt seit einer ein-dreiviertel Stunde per Repeat "Metarie" von Brendan Benson, und hüpfe wirr in meiner Wohnung herum... Aber eines der vielen netten Dinge am gestrigen Abend war, dass auf dem Zeitungs-Genossenschafts-Fest zufällig die Rede auf meine Bauchnabel-Futzerl gekommen ist. Keiner kannte das Phänomen Bauchnabel-Futzerl. Nein, diese Futzerl weisen keine Ähnlichkeit mit Ohren-Schmutz auf und müssten deshalb säuberlich aus meinem Bauchnabel gepullt werden. Nein, diese Futzerl sind weiche kleine feine Stoffgewebe-Reste die auf wunderbare Weise morgens in meinem Bauchnabel zu finden sind. Die Farben dieser Futzerl reichen von hellgrau bis dunkelgrau, manchmal sind sie bläulich. Die Grösse bewegt sich von 2mm bis zu ca.einem halben cm. Ich wüsste auch nicht dass ich irgendeine monströse Bauchnabel-Mutation hätte. Egal ob ich T-Shirts, Unterleiberl, Pullover oder was auch immer trage, hier und da sind diese Futzerl in der Früh in meinem Nabel. Auch wenn ich mich gewaschen und mit jungfräulichen Nabel nackt ins Bett schlüpfe, manchmal ist dann nächsten Tag ein Futzerl da. Und als ich von K. ihr wunderschönes Coca Cola Doserl aus New Yorker extra für die Aufbewahrung dieser Wunder-Futzerl geschenkt bekommen habe, sammle ich alle meine Bauchnabel-Futzerl und gebe sie mit religiösen Empfindungen in dieses Zauber-Doserl.

Diese Dose samt Inhalt werde ich einmal meinen Kindern vererben, wenn ich nicht als einsamer Sonderling ende, der auf Parkbänken sitztend mit seinen Wunder-Futzerl spricht.

Gibt es noch jemanden da draussen der Bauchnabel-Futzerl produziert?



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do 100108


sehe: woody allen höre: autos vorbeirauschen weil ich bei offener balkontüre in der küche rauche schmecke: gummibärli rieche: verrauchte wohnung fühle: rastlosigkeit trage: thailandhose (unten sommer) und wollpulli (oben winter) lese: kureishi/ das sag ich dir rauche: heute wenig hätte gerne: ein ende des wartens wäre gerne: in gesellschaft gute tat heute: die wildschweine besucht böse tat heute: die wohnung weiter ...
von nowhere @ 10.01.08, 23:30

do 291107


sehe: abschiede höre: immer dieselben lieder schmecke: bier rieche: nicht nach mir fühle: benommenheit rauche: ich fresse die zigaretten schon fast trage: graues kleid. schwarze strümpfe. schickes rosa unterkleid. lese: gerade ausgelesen: peter stamm/ an einem tag wie diesem. jetzt mache ich weiter mit: john von düffel/ beste jahre; und nebenbei blättere ich im decamerone hätte gerne: mehr ...
von nowhere @ 29.11.07, 19:23

anders.


das sehnen nach dem anders. nach dem wegrücken vom jetzt; wissend, dass die zufriedenheit nie zufriedenzustellen ist. sehnend nach einem alltag, der ohne der bestehende zu sein, ein alltag ist. mit grosser angst. und neugier. mut. der grösser wäre, wäre ich allein. sehnen nach dem anders: das präsent ist, kommen wird, und vielleicht gehen wird. die ...
von nowhere @ 13.11.07, 21:31

di 131107


sehe: mich älter werden rieche: keine vernunft schmecke: aufregung höre: lou reed/ perfect day fühle: morgen trage: lachend rauche: dauernd hätte gerne: zeit für alltag wäre gerne: die einzige gute tat heute = böse tat heute es wird: ich ein drittel jahrhundert alt und keinen tag klüger
von nowhere @ 13.11.07, 21:20

fr 021107


sehe: in meine träume höre: immer dieselben träumlieder schmecke: wieder mehr rieche: leider riechen träume nicht fühle: weiter lese: ein grosser esel trage: mein schlafendes kind hätte gerne: eine freifahrtkarte für die db bzw öbb wäre gerne: in wien gute tat heute: im wald spazieren gegangen böse tat heute: im wald spazieren gegangen es wird: ein waldbrand
von nowhere @ 03.11.07, 00:32

so 281007


sehe: wieder meine küche höre: leaving on a jetplane schmecke: eine angebrochene flasche burgenländischen rotweins rieche: nach letzter nacht fühle: das richtige rauche: österreichische nil (oder warens kim?) lese: die landschaft hinterm zugfenster trage: schwer hätte gerne: unendlich mehr zeit wäre gerne: dort gute tat heute: aus österreich zurückgekommen böse tat heute: alles, was ich derzeit tue, ist richtig es wird: bald ...
von nowhere @ 28.10.07, 19:57

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